Wing Tsun Theorie – die 4 wichtigsten Techniken

1. Bong Sao (Schwingenarm)

Der Bong Sao ist neben dem Fook Sao die wichtigste Technik im Dan Chi bzw. im Chi Sao. Dort wird immer dann ein Bong Sao ausgeführt, wenn der Trainingspartner mit einem Fook Sao in die Mitte drückt. Daneben ist der Bong Sao in allen waffenlosen Soloformen und auch in den Partnerformen präsent. Was den Bong Sao zu einer der wichtigsten Techniken im Wing Chun macht. Vor allem wird der Bong Sao aber benutzt, um gegnerische Angriffe abzuwehren bzw. abzuleiten.

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Wing Tsun Theorie – Die Großen 7 Fähigkeiten – Irrglaube

1. Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Vorstellungskraft

Ein anderes Beispiel ist die Achtsamkeit oder Aufmerksamkeit. Prof. Dr. Horst Tiwald hat in seinem wegweisenden Werk „Psycho-Training im WingTsun, Taiji und Budo-Sport“ verschiedene Begriffe, die in dieses Feld fallen, differenziert. So unterscheiden wir die Aufmerksamkeit (abgelenkte oder fremdbestimmte Konzentration auf ein spezielles Detail) und die selbstbestimmte Achtsamkeit (die nicht bei einem bestimmten Objekt verharrt und damit andere Informationskanäle und Informationen vernachlässigt).
Hier ein Beispiel von vielen: Ich konzentriere mich voll auf meinen Gegner und bemerke nicht, dass sich ein weiterer Gegner von der Seite nähert.

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Wing Tsun Theorie – die 4 Kraftprinzipien

Im WingTsun gibt es Prinzipien, die dazu dienen, es besser zu verstehen. Es gibt nur sehr wenige Kampfkünste, die über so umfangreiches theoretisches Wissen verfügen und dieses auch unterrichten.

1. Löse Dich von Deiner Kraft

Körperlich: Befreie Dich von Deiner eigenen Kraft, indem Du Dich (z.B. durch das Üben der Siu-Nim-Tau-Form) entspannen lernst, die sog. Antagonisten ausschalten übst.

Mental:
Befreie Dich von neurotischem, zwanghaften Denken und Sprechen.
Befreie Dich von der Herrschaft der (linken) verbalisierenden Gehirnhälfte.
Befreie Deine Sinne von Dumpfheit.
Befreie Dich von Deinem übermächtigen Ego, erkenne Dich als Teil des Universums, in das Du am Ende Deines Menschenlebens zurückkehren wirst.

2. Löse Dich von der Kraft des Gegners

Mental: Wenn Du Dich von Deinem Ego befreit hast, kann die verbale Aggression Dich weder provozieren, noch können Worte Dich in lähmende Angst versetzen.
Lass Dich nicht von der schlechten Laune des anderen anstecken, denn sonst gewinnt er Macht über Dich.
Lasse seine Worte nicht in Dich eindringen.
Überhöre seine Bemerkung, denn: „Sticks and stones will break my bones, but words can never hurt me.“ („Stock und Stein bricht mein Bein, aber Worte vom Wicht verletzen mich nicht.“)
Lasse Dich nicht darauf ein, auf kleinste Sticheleien zu reagieren. Ehe Du Dich versiehst, steckst Du mitten in einem handfesten Streit, weil ein Wort das andere nach sich zieht. Den Worten folgt der Gedanke und auf den Gedanken die Tat. Lohnt sich das Ganze? Nimm die Feindseligkeit nicht persönlich. Es hat nichts mit Dir zu tun. Gewinne Distanz, so dass die Aggression Dir nicht unter die Haut geht. Benutze dazu Atem-Techniken und Autosuggestion.

3. Verwende die Kraft des Gegners zu Deinem Vorteil. Lasse Dich durch seinen Angriff in Sicherheit drücken.

Mental: Wenn Dein Gegner droht: „Verpiss dich oder ich mach dich fertig!“, dann gehe doch einfach weg.
Wenn er sich aufbläst und wichtig macht: „Der Platz ist besetzt, hau ab!“ dann bedanke Dich: „Vielen Dank für den guten Rat, ich bin zum ersten Mal hier.“ Mehr Energie und Zeit kannst Du gar nicht sparen bzw. gewinnen

4. Ergänze die Kraft des Gegners durch Deine eigene Kraft.

Mental: Wenn der andere Dich beschimpft: „Kannst du nicht aufpassen, du Trottel!“, dann gib ihm nicht nur Recht, sondern haue selbstanklagend in dieselbe Kerbe und jammere theatralisch:
„Sie haben ja so Recht, ich bin ja sooo ungeschickt. Alles misslingt mir. Was ich anfasse, geht schief. Ich bin nur eine Belastung für meine Mitmenschen.“ Ich habe es schon erlebt, dass der andere plötzlich umschwenkt und mich in Schutz vor mir selbst nahm und knurrte: „Na ja, so schlimm ist es ja auch wieder nicht. Pass nächstes Mal besser auf.“